Vom Newsletter zur App zum Corona-Live-Streamer – mit Tim Bentzin von rausgegangen

rausgegangen hat vor 5 Jahren als echtes Growth Hacking Projekt gestartet: Vom E-Mail Newsletter hat sich das Projekt zu einem der größten Eventplayer in Köln gemausert. Aber was waren die Schritte für das Team um Tim Betzin? Und was hat dringeblieben damit zu tun?
rausgegangen

Hendrik: Tachchen Tim! Wer bist du, was machst du, und vor allem – wo bist du gerade?

Tim: Ich bin gerade im Homeoffice bzw. in der Küche. Ich bin Tim, einer der Gründer von rausgegangen. Wir erzählen seit knapp 5 Jahren in Köln – mittlerweile auch in anderen Städten – was man Spannendes erleben kann. Und da derzeit nicht so viel mit rausgehen ist, haben wir kurzerhand dringeblieben.de gestartet. Das machen wir jetzt aktuell in der Corona-Zeit.

Hendrik: Es gibt ja Player, die nutzt jeder, aber keiner weiß es. Was war denn so das größte Event, was ihr bisher supportet habt?

Tim: Grundsätzlich haben wir mit rausgegangen verschiedenste Events begleitet. Die Museumsnacht in Köln, die Tour Belgique, die co/pop, mit B-Sides machen wir viel… in der Kölner Kultur-und Eventszene sind wir super vernetzt und versuchen natürlich auch Highlights mit Specials zu setzen.

Wie sind wir gestartet? Mit Björn, Vitali und Nico und ich waren wir vier Gründer, und eines unserer Projekte war ein E-Mail-Newsletter an 30 Leute. Wir haben einfach mal geguckt, wie funktioniert das, wenn man einfach 4 coole Tipps rausschickt? Mit allen Infos die du brauchst? Was würde dein bester Kunde dir empfehlen, was du heute spannendes in Köln machen kannst? Das ist mega gut angekommen, und der Newsletter ist super schnell gewachsen. Der Nico hat als Entwickler dann ziemlich schnell Website und App dazu gebaut. Wir kennen uns im Online-Marketing ziemlich gut aus und sind gerade über Facebook super schnell gewachsen. Wir sind bis vor ein paar Wochen die größte Plattform für Ausgehtipps in Köln gewesen.

Wir haben einfach mal geguckt, wie funktioniert das, wenn man einfach 4 coole Tipps rausschickt?

Hendrik: Das heißt ihr habt einfach mal nen Newsletter für Partytipps rausgehauen.

Tim: Ne, nicht nur Parties. Märkte, Events,… ziemlich viel.

Hendrik: Okay, Ausgehtipps. Aber wie kommt man von nem Newsletter zu Ausgehtipps weiter? Wie ging das dann Schritt für Schritt weiter zur App?

Tim: Wir haben zu der Zeit 6,7 verschiedene Produkte parallel ausprobiert. Eins davon war „bubbleit“, das war quasi der Vorgänger. Das hat so nicht funktioniert, und wir haben dann daraus mit den Learnings 6,7 Produkte am Markt getestet. Das interessante am Newsletter war, dass wir gar nicht wussten, wie wir das monetarisieren können. Wir haben quasi auf Product Market Fit getestet. Und das haben wir im Newsletter sofort gesehen, obwohl das eine ganz hässliche Mailchimp-Landingpage war. Da stand nur „Hier zum Newsletter anmelden“ und dann waren das zwei Formulare. Sonst nichts. Und trotzdem ist der gewachsen. Und die Leute haben das Produkt grundsätzlich gemocht. Die Leute hatten Bock drauf. Und das haben wir eben erfolgreich getestet.

Die Herangehensweise was von vornherein: Wenn wir merken, dass irgendwas funktioniert, setzt sich Tech sofort dran und baut das.

Wir haben uns dann gefragt: Was ist die geilste App, die wir jetzt schnell online hauen können? Die Jungs haben sich dann eben wirklich hingesetzt und aus dem Mailchimp-Backend eine App generiert. Und damit waren wir innerhalb von drei Wochen online im Appstore.

Hendrik: Mega. Schnell am User getestet, top. Jetzt hast du erwähnt dass es irgendwie „funktioniert“ hat. Wie habt ihr das definiert? War das eine Kennzahl oder ein bestimmtes Event, was funktioniert hat?

Tim: Ja, das war ein Gefühl. Direkt nach der ersten Email. Wir mussten für ein anderes Projekt Events raussuchen. Und haben gemerkt, dass das ’ne absolute Pain in the ass ist. Auf jeder Seite, auf der du drauf bist, fehlen Angaben, die Texte sind ellenlang. Es war alles irgendwie nicht geil. Da haben wir uns gesagt, lass uns doch schnell ne Email schreiben. Kurz über den Namen nachgedacht und es „rausgegangen“ genannt – das sollte das Gefühl beschreiben, wenn man eben gerade „rausgegangen“ war.

Und so haben wir die Email dann einfach rausgeschickt. Wir hatten eine Beta-Liste mit 300 Leuten, wollten aber nicht alle nerven und haben es deshalb erstmal in 30 Leute rausgeschickt. Die Open-Rate war super hoch, und proaktiv haben uns ein Drittel oder die Hälfte der Leute zurückgeschrieben: „Wie geil ist das denn? Krieg ich diese Email jetzt jeden Tag?“. Das ist zwar eine kleine Zielgruppe, aber das waren eben nicht nur Freunde von uns, sondern eine Beta-Tester Gruppe. Und dieses proaktive Melden hat mir direkt das Gefühl gegeben, dass wir da nicht so falsch sein können. Und das hat sich dann in den nächsten Tagen auch bestätigt.

Das kommt jetzt gerade alles wieder – wir haben jeden Tag versucht mit verschiedenen Buttons zu testen, worauf die Leute wirklich klicken. Und so haben wir dann herausgefunden, was wir wirklich als technische Funktion bauen müssen. Das ist jetzt 5 Jahre her, und so sind wir damals gestartet.

Hendrik: Und die Entscheidung zur App? Das klingt ja aus User-Sicht erstmal kontraproduktiv. Einen Newsletter kann ja jeder empfangen, eine App ist dann eine Extrahürde.

Wir haben jeden Tag versucht mit verschiedenen Buttons zu testen, worauf die Leute wirklich klicken.

Tim: Das waren zwei Dinge: Wir haben irgendwann gemerkt, dass ein Daily Newsletter für die Leute irgendwann viel ist. Dann normalisieren sich die Öffnungsraten und sinken etwas. Die zweite Frage ist dann: Wo willst du hin? In einer Email bist du natürlich etwas beschränkt. Aber wir hatten die Vorstellung, dass du dich untereinander connecten kannst, direkt Tickets in der App kaufen kannst, dass das Stück für Stück Richtung Netflix geht, also mit intelligenten Vorschlägen. Da sind wir immer noch auf dem Weg hin, aber das kriegst du über eine Email so nicht abgebildet.

Hendrik: War die Entscheidung, in Richtung App zu gehen, denn richtig? Was waren die Ergebnisse davon?

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